12 Dinge, die ich gelernt habe, nachdem ich 35 Kilo verloren hatte

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12 Dinge, die ich gelernt habe, nachdem ich 35 Kilo verloren hatte


Hi, ich bin Rachel! Wenn du mich zum ersten Mal triffst, könntest du glauben, dass ich schon immer ungefähr den gleichen Körper hatte wie jetzt. Aber damit würdest du falsch liegen!

2003 habe ich 35 Kilo mehr als heute gewogen.

Viele Abnehmgeschichten drehen sich darum, wie die Leute vom “Vorher” zum “Nachher” gekommen sind … aber mich interessiert viel mehr, was *nach* dem “Nachher” passiert.

Ich erzähle jetzt also ein paar Dinge, die ich in den 13 Jahren, seit ich mit dem Abnehmen angefangen habe, über mein Körperbild, den Gewichtsverlust und über mich selbst gelernt habe.

Und nur zur Info: Ich werde dir hier nicht erzählen, dass du immer eine Handvoll Mandeln dabei haben sollst.

1.

Ich habe nicht mit dem Abnehmen angefangen, weil ich meinen Körper gehasst habe

In der Highschool hatte ich stark an Gewicht zugelegt, ohne es wirklich zu merken oder darüber nachzudenken. Das lag hauptsächlich an Depressionen und Angstzuständen, Medikamenten, an wenig Bewegung (teilweise wegen meiner großen Oberweite, die das Training erschwerte) sowie mangelhaftem Wissen über Ernährung. Am Ende meines letzten Schuljahres hatte mein Gewicht seinen Höhepunkt erreicht.

Im August 2003, ein paar Monate nach dem Schulabschluss, hatte ich eine operative Brustverkleinerung und verlor in der Woche darauf 4,5 Kilo (wahrscheinlich, weil ich nicht viel Appetit hatte und nicht weil sich das Brustgewicht so verringert hatte). Ein paar Wochen später bin ich nach Chicago gezogen, um dort aufs College zu gehen. Ich meldete mich in einem Fitnessstudio an, weil ich davon ausging, dass das Training ohne die riesigen Brüste einfacher sein würde. Da ich sowieso lernen musste, selbst zu kochen, nahm ich mir vor, gesünderes* Essen zuzubereiten und Kalorien im Auge zu behalten. Ich hatte zuvor keine gestörte Beziehung zum Essen. Ich hatte einfach immer industriell verarbeitete, kalorienreiche Lebensmittel gegessen, weil ich nicht erkannte, wie schlecht diese für mich sind, oder einfach nicht wusste, dass es gesündere Alternativen gibt.

Das war’s. So hat es angefangen. Es gab keinen “erleuchtenden Moment” in der Wahrnehmung meines Körpers oder meiner Ernährung, keinen Zeitplan und kein Ereignis, für das ich gezielt hätte abnehmen wollen. Ich hatte nur eine vage Vorstellung von einem Zielgewicht. Es war einfach … entspannt. Ich habe keine große bewusste Entscheidung getroffen, um Gewicht zu verlieren. Ich habe mich oder meinen Körper nicht gehasst. Eher war das Gegenteil der Fall, um ehrlich zu sein.

*Übrigens, wenn ich in diesem Post “gesund” sage (z.B.: gesunde Ernährung, gesunde Entscheidungen, gesunde Gewohnheiten), meine ich “was für mich gesund ist”. Ich habe nicht die Absicht, den Maßstab dafür zu setzen, was für alle gesund ist. Das Gleiche gilt, wenn ich “ungesund” sage. Alles klar? Cool, lass uns weitermachen.

2.

Die Probleme mit meinem Körperbild begannen in Wirklichkeit, nachdem ich etwa 28 Kilo verloren hatte.

Auf meinem höchsten Gewichtsstand hatte ich meinen Körper akzeptiert. Ich hielt mich für süß/hübsch/begehrenswert/attraktiv und wusste, dass ich ein bedeutender und gescheiter Mensch bin. Ich war selbstbewusst (wenn auch ein bisschen naiv darüber, wie die Welt mich und mein Selbstvertrauen wahrgenommen hat). Doch sobald ich ungefähr 28 Kilo verloren hatte und innerhalb von 4-7 Kilo Reichweite dessen war, was ich für mein Zielgewicht hielt, haben sich die Dinge geändert. Plötzlich fing ich an, mich in die Fantasie hineinzusteigern, dass alle meine Probleme — vor allem Dating-Probleme — gelöst wären, wenn ich dieses verbleibende Gewicht verlieren würde. Diese willkürliche Zahl von der ich dachte, sie würde mich laut Gesellschaft “hot” machen, war tatsächlich zum Greifen nah und ich wollte es jetzt wirklich schaffen.

Das war der Beginn der Phase, in der mein Gewicht am stärksten schwankte, In dieser Phase gab es in meinem Leben ziemlich viel Drama. Wenn ich zunahm, lag es daran, dass ich viel mit Freunden unterwegs war, eine Menge Bier trank und nicht wirklich gesundes Essen oder Sport im Sinn hatte. In vielen Fällen ging ich aus und trank eine Menge Bier, weil ich wegen eines Typen traurig war. Ich dachte, dass Feiern mit meinen Freunden beweist, dass ich keinen Kerl brauche, um glücklich zu sein.

Wenn ich abnahm, lag das daran, dass ich anfing, über das Frühlingsfest meiner Studentinnenverbindung nachzudenken, wo ich die Aufmerksamkeit irgendeines Typen erregen wollte, weshalb ich mich bemühte, Gewicht zu verlieren. Und ich habe dann auch Gewicht verloren … für kurze Zeit. Aber wenn es dann mit dem Typen (trotz des Abnehmens) nicht geklappt hat, fing der Teufelskreis wieder von vorne an.

3.

Mehr Gewicht zu verlieren, hat nicht auf magische Art und Weise die Probleme mit meiner Selbstwahrnehmung verschwinden lassen. (NATÜRLICH NICHT, RACHEL. NATÜRLICH NICHT.)

Im Sommer vor meinem letzten College-Jahr habe ich innerhalb von drei Monaten etwa 7 Kilo verloren. Mein Gewicht war wegen meiner jährlichen Crash-Diät bereits weniger geworden. Und dann nahm ich noch mehr ab. Ich habe diese 7 Kilo verloren, weil ich traurig und wütend darüber war, dass eine Beziehung nicht funktioniert hatte. Ich dachte mir, wenn ich nur dünner wäre … na ja, ich weiß ehrlich gesagt nicht, was genau ich mir da gedacht habe. Ich wollte den Kerl sowieso nicht mehr … Ich wollte nur sicher sein, dass mich beim nächsten Mal, wenn ich mich verlieben würde, das Objekt meiner Zuneigung auch zurücklieben würde — denn dann wäre ich ja ~hot~. (Wirklich eine tolle Logik, ich weiß.)

Als das Semester anfing, war ich dünner als je zuvor und sah komplett anders aus als ein paar Monate vorher. Es ist nicht so, dass sie mich die Leute nicht wiedererkannt hätten, aber ich sah einfach nicht mehr wie die Person aus, die meine College-Freunde vorher gekannt hatten. Die Leute wussten nicht wirklich, wie sie reagieren sollen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich erkannt, dass die Methode, mit der ich im Frühjahr und frühen Sommer Gewicht verloren hatte, tatsächlich schlecht für mich war — deshalb habe ich meine Herangehensweise korrigiert. Ich habe angefangen, eine gesunde (wenn auch ziemlich strenge) Diät einzuhalten und zudem eine vernünftige/nachhaltige Trainingsroutine aufgebaut. Zu dieser Zeit war ich tatsächlich glücklicher — teilweise, weil ich mich schön fühlte, aber hauptsächlich, weil ich nicht mehr an diesem Typen hing. Ich hatte eine Menge Spaß mit meinen Freunden, fing an, etwa drei Jungs gleichzeitig zu daten, und liebte das Leben.

Nach ein paar Monaten merkte ich, dass mich das Abnehmen nicht vor Herzschmerz schützt, und dass dünner zu sein mich nicht dafür rüstet, um damit fertig zu werden. Als ich in diesem Frühling meinen Abschluss machte, ließ ich mich zum Frustfressen und Frustsaufen hinreißen. Ich kümmerte mich absolut nicht um mich selbst, hatte kein Selbstvertrauen und war insgesamt ein verlorener und trauriger 22-jährige Schluffi. Ich habe die 7 Kilo, die ich im Sommer davor verloren hatte, wieder zugenommen — und oben drauf noch 7 weitere.

4.

Wenn du viel Gewicht verlierst, kann es passieren, dass dein Körper auf eine Weise öffentlich wahrgenommen wird, mit der du dich vielleicht nicht wohl fühlst.

Inzwischen erlebe ich das weniger, weil die meisten meiner Freunde mein “Vorher” nicht kennen. Doch Leute, die deinen Gewichtsverlust bemerken, haben oft viel dazu zu sagen. Nicht alle Kommentare sind negativ oder gemein — die meisten sind vermutlich sogar als Komplimente gedacht — doch wenn Leute offen deinen Körper und deine Ernährung ansprechen, kann sich das unglaublich übergriffig anfühlen.

Leute, die genau studieren, was auf deinem Teller liegt, wenn du in der Öffentlichkeit isst, lassen sich schwer ignorieren. Das Gleiche gilt für Kommentare wie “Boah, du siehst so anders aus! Du siehst so dünn aus!”. Dieses Gefühl, zur Attraktion gemacht zu werden, kann dazu führen, dass du dich wirklich darum sorgst, was du isst, oder ob Leute dich für einen Loser halten werden, wenn du wieder zunehmen solltest. Ätzend!

5.

Sobald du einmal angefangen hast, deinen Körper zu hassen, kann es viel Zeit in Anspruch nehmen, ihn wieder zu akzeptieren.

Nach dem Schulabschluss zog ich nach New York und mein Gewicht bewegte sich innerhalb eines Spielraums von 5 Kilo. Doch ich glaubte fest daran, dass alles besser sein würde, wenn ich wieder das Gewicht erreichen könnte, dass ich in diesem einen “guten” Herbst hatte. Ich malte mir aus, dass ich dann plötzlich nicht mehr wahnsinnig unterbezahlt wäre, mich nicht mehr einsam fühlen würde, und dass der Typ, auf den ich stand, das erwidern würde. Dieser Irrglaube brachte mich zu weiteren Scheißdiäten, die nicht wirklich funktionierten. Ich nahm ab, aber nie besonders viel, und es hielt nie besonders lange.

Bis ich meinen Körper akzeptierte, dauerte es noch ein paar Jahre. Folgende Dinge halfen mir:

* einen Scheißjob kündigen und eine Stadt verlassen, die den wohlverdienten Ruf hat, dir die Seele zu rauben

* zu meiner Familie nach Hause ziehen

* auf gesunde Ernährung achten

* die Art von Sport treiben, die mir Spaß gemach hat, als ich ein Jahrzehnt zuvor anfing, an mir zu arbeiten

* ein Blog starten und Unmengen schreiben

* einen zugelassenen Diätassistenten aufsuchen

* für einen Marathon trainieren, der mich zwang, Essen als Treibstoff und meinen Körper als Ansammlung von Muskeln und Organen zu betrachten

* zu ENTSCHEIDEN, dass ich attraktiv bin

* Typen ehrlich sagen, was ich will, und Beziehungen beenden, wenn sie nicht das Gleiche wollen

Übrigens blieb mein Gewicht ungefähr gleich, vor allem, weil ich endlich die schädlichen Angewohnheiten abgelegt hatte, durch die mein Gewicht ständig so wild in beide Richtungen ausbrach.

Ich hatte wirklich nicht erwartet, danach noch mehr Gewicht zu verlieren, und es war mir auch egal. Doch ich im Laufe der nächsten paar Jahre, nachdem ich nach Texas gezogen war, nahm ich langsam noch mehr ab. Jetzt bin ich tatsächlich bei diesem “Zielgewicht”, das ich so lange ungesund verfolgt hatte, nämlich das gleiche Gewicht, das ich in meinem letzten Collegejahr hatte. Aber es fühlt sich dieses Mal so anders an, weil meine Beziehung zu meinem Körper so anders ist. Und weil der Weg dorthin so ausgewogen.

6.

Abnehmen kann dein Leben tatsächlich erleichtern, das ist ja das Abgefuckte.

Ich würde dir gerne sagen, dass Abnehmen dein Leben nicht besser macht, aber das ist nicht zu 100% wahr. Ich kann mir derzeit sicher sein, dass die meisten Geschäfte meine Größe anbieten. Ich kann einen Flug antreten, ohne mir Sorgen machen zu müssen, dass ich vor dem Start rausgeschmissen werde, weil ein anderer Passagier meinen Körper ekelhaft findet. Ich kann zum Arzt gehen und meine Symptome werden nicht mehr ohne weitere Untersuchung meinem Gewicht zugeschrieben.

Ich bin täglich viel weniger Beleidigungen und Demütigungen ausgesetzt, als wenn ich mehr wiegen würde. Mein Leben ist also in vielerlei Hinsicht einfacher. Aber es ärgert mich enorm, dass es so ist — denn jeder verdient es, als Mensch respektiert zu werden, ganz egal, wie viel er wiegt. Es ist mir absolut rätselhaft, dass so viele Leute immer noch anders denken.

7.

Die aktuellen Diät-Weisheiten sagen uns, dass es schlecht ist, sich auf Zahlen zu konzentrieren. Doch ich habe erlebt, dass mir die Angst vor Zahlen auch nicht geholfen hat.

Nachdem ich mehrere Jahre lang ein schlechtes Körperbild hatte, habe ich versucht, weniger über Zahlen nachzudenken und mehr darüber, wie ich mich fühle. Ich habe mich nie gewogen, und wenn ich zum Arzt ging, habe ich mich rückwärts auf die Waage gestellt, weil ich nicht wollte, dass mir die Zahl den Tag ruiniert. Aber nach einer gewissen Zeit wurde mir klar, dass das Gefühl, ich müsste die Zahlen meiden, dazu geführt hat, dass die Zahlen immer noch eine Macht über mich hatten. Also habe ich versucht, mich dazu zu erziehen, dass mir die Zahl, egal wie hoch sie ist, nicht mehr meinen Tag versauen kann. Jeden Tag rief ich mir ins Gedächtnis, dass sie eine Nummer wie jede andere ist — meine Körpertemperatur, meine Größe — die mir oder meinem Arzt etwas Nützliches sagen kann, aber nicht mein Leben bestimmt.

8.

Die Art, wie du Gewicht verlierst oder hältst, muss sich möglicherweise ändern, wenn du dich änderst.

Ich habe festgestellt, dass viele Menschen, die viel Gewicht verloren haben, nach dem Motto leben: “Ich habe rausgefunden, wie ich leben soll, jetzt muss ich das für immer so machen!” Und obwohl das für einige Leute funktionieren mag, war das nicht meine Erfahrung.

Nachdem ich erst diese ersten 28 Kilo und dann die zusätzlichen 7 Kilo im College verloren hatte, war ich sehr frustriert, als ich merkte, dass ich nicht noch mehr abnehmen oder wenigstens mein neues Gewicht halten konnte. “Ich weiß doch, wie’s geht! Warum kann ich mich nicht dazu bringen, es so durchzuziehen? Warum funktioniert das nicht?” Ich habe mich das oft gefragt, und ich habe beobachtet, wie mein Mann, der direkt nach dem College etwa 15 Kilo verloren hatte, später den gleichen Frust erlebte. (Und wir sind nicht die Einzigen.)

Jetzt weiß ich aber, dass es völlig kurzsichtig war zu glauben, dass mein Gewicht, mein Hunger, meine Motivation, meine Beziehung zum Essen, meine Fähigkeit oder mein Wunsch, an einer bestimmten Diät festzuhalten, und mein Verstädnnis von “gesund” nicht von meiner Arbeitsbelastung, meinem Einkommen, meinen Beziehungen und meiner allgemeinen psychischen Gesundheit beeinflusst werden.

Ich habe auch gelernt, dass Dinge wie Appetit, Lebensstil, Motivation, bevorzugte Sportart und auch mein Gewicht sich immer wieder auf eine Weise ändern werden, die ich nicht wirklich vorhersagen kann. Ich dachte immer, dass ich niemals etwas mit Yoga anfangen können würde … bis ich es schließlich doch konnte. Dasselbe gilt für das Laufen. Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich je zu den Menschen gehören könnte, die abnehmen, ohne es zu versuchen. Alle Leute, die schon mal eine ganze Pizza gefuttert haben, während sie geweint und traurige Musik gehört haben, werden mir wahrscheinlich zustimmen, wenn ich sage, dass ich die Idee, durch Stress abzunehmen, im Grunde für eine Legende hielt. Letztes Jahr habe ich aber etwas dermaßen Stressiges erlebt, dass ich meinen Appetit und 5 Kilo Gewicht verlor, ohne es wirklich zu merken (oder mich auch nur dafür zu interessieren — das war, was mich wirklich erstaunte). Huch — mein lieber Körper, du hast mich schon wieder überrascht!

9.

Ich habe gelernt, dass das, was für mich “gesund” oder “ungesund” ist, wirklich vom Kontext abhängt.

Ob Yoga oder Laufen gesund sind, oder ob Party und Alkohol mit Freunden ungesund sind, hängt völlig von der Situation ab. Wenn du aber jemand bist, der in der Vergangenheit durch Stress zugenommen hat, willst du das natürlich ändern, nachdem du abgenommen hast. Es gab definitiv Zeiten, in denen mein “neues gesundes Ich” etwas Beschissenes erlebt und sich gedacht hat: Ich fange besser nicht wieder mit dem Frustessen an! Stattdessen helfe ich mir über diese neue Runde beschissener Erlebnisse hinweg, indem ich viel trainiere, denn das ist eine ~gesunde~ Art, damit umzugehen! Aber ich habe inzwischen begriffen, dass vermeintlich gesunde Dinge genauso schnell wie “ungesunde” Verhaltensweisen zu einer Art Droge oder einfach zur Ablenkung werden können.

Wenn ich heute üble Dinge erlebe, widerstehe ich dem Drang, sofort zu “gesunden” Aufmunterern zu greifen. Stattdessen halte ich inne und wäge ab, ob exzessives Yoga-Training in diesem Moment wirklich das Beste für mich ist, oder ob die “ungesunde” Gewohnheit, mit meinen Freunden in die Bar zu gehen, die bessere Wahl wäre. Oder vielleicht auch nichts von beidem! Manchmal sind Gefühle wie Wut, Trauer und Stress kein Problem, das gelöst werden muss! Ich bin jetzt viel besser darin, zu erkennen, was in einer bestimmten Situation wirklich “gut” und was “schlecht” für mich ist — zum Beispiel: trainiere ich gerade, weil ich mich selbst liebe oder weil ich mich hasse? — aber bis hierhin habe ich JAHRE gebraucht.

10.

Motiviert zu bleiben, wenn du dein “Zielgewicht” erreicht hast, kann ein wahrer Kampf sein.

Ich habe zehn Jahre lang nicht mit mir kämpfen müssen, um mich zum Training zu motivieren. Ich habe wirklich gerne trainiert — ich mochte das Gefühl, das es mir gegeben hat, und ich mochte, dass es gut für mich war. Obwohl ich das Training mit Gewichtsverlust/-haltung in Verbindung brachte, ging ich davon aus, dass ich es weiterhin tun würde, selbst wenn ich es nicht “nötig” hätte. So brachte ich mich dazu, ein Gewicht halten zu können, mit dem ich zufrieden war, indem ich mich gesund ernährte und eine allgemein aktive Person war — und glaub’ mir, dann hatte ich wirklich extreme Schwierigkeiten, mich zu motivieren. PUH.

Es stellte sich heraus, dass ich mich während des letzten Jahrzehnts definitiv mehr durch das Ziel Gewichtsverlust als durch das Ziel Gesundheit motiviert hatte. Wie gesagt, mein Körper überrascht mich immer wieder!

11.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich jemals aufhören werde, an meinem Gewicht zu “arbeiten”.

Viele Leute, die abgenommen haben, meinen, dass sie arbeiten müssen, um ihr Gewicht und diese gesunde Lebensweise für den Rest ihres Lebens beizubehalten. Ich bin mir nicht sicher, ob das für mich stimmt oder nicht. Einerseits folge ich im Moment keinem Diätplan und ich trainiere auch nicht so viel und mein Gewicht bleibt trotzdem konstant. Andererseits achte ich aber definitiv aus Gewichts-/Gesundheitsgründen darauf, was ich esse.

Aber diese Maßnahmen passieren so automatisch und gewohnheitsmäßig, dass ich weitaus weniger Zeit damit verbringe, über sie nachzudenken, als ich das früher getan habe. Kann ich also sagen, dass ich esse ~was ich will~, wenn ich doch immer noch auf meine Portionen achte? Oder wenn ich aus Gewohnheit bei den Dingen bleibe, von denen ich weiß, dass sie gesund und sättigend sind und einen “akzeptablen” Kalorienwert haben? Es ist momentan weniger Arbeit für mich als in der Vergangenheit, aber es geht auch nicht *ohne Arbeit*.

12.

KANN ICH EINFACH MEINE RUHE HABEN? PUH, KEINE AHNUNG.

Beim Versuch abzunehmen passiert es schnell, dass du die Perspektive verlierst und nicht mehr weißt, ob du die fitteste Version deiner selbst werden willst oder einfach eine ängstliche, vom eigenen Körper besessene, viel zu gestresste Version deines wahren Selbst bist. Es passiert auch schnell, dass du die für dich angemessene Sicht auf deinen Körper verlierst. Ja, ich fühle mich jetzt ziemlich gut in meinem Körper, aber hat das damit zu tun, dass ich derzeit ein gesellschaftlich akzeptables Gewicht habe? Bin ich nur eine schlechte Woche davon entfernt, wieder kräftig zuzulegen? Wie würde ich mich damit fühlen? Was für Arbeit könnte ich eigentlich leisten, wenn ich die Arbeit, mein Gewicht zu halten — so einfach sie jetzt sein mag — nicht leisten würde? Wie viel davon ist einfach das Patriarchat? KANN ICH EINFACH IN RUHE GELASSEN WERDEN????

Und das ist der springende Punkt — die Antwort darauf ist immer noch ein dickes, fettes “Ich weiß es nicht.” Es ist eine Frage, die ich immer wieder aufgreifen werde, da sich mein Leben verändert und mein Körper mit ihm. Ich habe viele Antworten nach 13 Jahren und 35 Kilo weniger, aber das Entscheidende ist, dass es immer noch so viel gibt, was ich lernen muss.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Englisch.






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